Zinspolitik und dessen Einfluss auf die Wirtschaft

Derzeit werden die Märkte offensichtlich durch die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank bei Laune gehalten.

Die Geschwindigkeit der Zinsschritte könnte jedoch darauf hindeuten, dass die amerikanische Wirtschaft doch noch erheblich unter den Auswirkungen der Kreditkrise zu leiden haben könnte.

Wir stehen daher der aktuellen Situation an den Märkten kurzfristig weiterhin eher zurückhaltend gegenüber, auch wenn wir mit dieser Einschätzung im Moment leider etwas daneben liegen. Wir hatten für das Clubdepot bereits in den Monaten zuvor die Liquidität stetig erhöht. Die Volatilität hat sich an den Märkten deutlich erhöht.

Trotz eines äußerst schwachen Dollars und Höchstständen bei den Ölpreisen konnten sich die Märkte in den letzten Wochen erholen.

Wir werden daher auch in den folgenden Wochen an unserer bewußt defensiv ausgelegten Anlagestrategie festhalten, welche auf dem Einsatz von ausgewählten Discount-Zertifikaten und kompfortabler Barreserve von derzeit fast 20% basiert.

Investoren sorgen für großen Aufschwung auf dem Markt

Interessant dürfte auch in Zukunft die weitere Entwicklung der Emerging Markets sein. In der Vergangenheit hatten große Investoren für einen breiten Aufschwung an diesen Märkten gesorgt, indem sie sich günstig in Dollar und Yen verschuldeten und die Zinsen locker aus den erzielten Kursgewinnen bezahlen konnten.

Eine generelle Verknappung der Liquidität könnte die Entwicklung in diesen Ländern daher zumindest kurzfristig negativ beeinflussen.

Andererseits könnte eine Beruhigung an den Kreditmärkten auch dafür sorgen, dass die Investoren wieder risikofreudiger werden und wieder verstärkt Engagements in den Emerging Markets eingehen.

Unangenehm überrascht hat unser Depotwert GPC Biotech.

GPC hatte bekannt gegeben, dass in einer klinischen Zulassungsstudie ein erneut wichtiges Ziel für sein Krebsmedikament Satraplatin verfehlt worden sei, nachdem es zuvor bereits Probleme mit der US-Zulassung gegeben hatte.

Wegen des auch zuvor spekulativen Charakters der Aktie, welches auch generell für Werte aus dem Bereich der Biotechnologie gilt, hatte GPC Biotech jedoch von vornherein einen äußerst geringen Anteil am Clubdepot.

Nachdem der DAX Anfang März teilweise sogar unter die Marke von 3.600 Punkten gerutscht war, gelang ihm in den folgenden sieben Wochen ein spektakuläres Comeback. Im Hoch konnte er teilweise sogar den Endstand des letzten Jahres von knapp 4.810 Punkten übertreffen, schloss dann aber zum Monatsende doch wieder darunter.

Kurzfristig gesehen scheint der Markt nun etwas überkauft zu sein, was zu Gewinnmitnahmen führen könnte.

Positiv für die weitere Kursentwicklung könnten aber gerade die weiterhin skeptischen Kommentare zum bisherige Anstieg sein. Viele Marktteilnehmer dürften noch gar nicht ausreichend investiert sein und bei weiter steigenden Kursen zwangsläufig kaufen müssen.

Rabattverträge im Blick

Obwohl sich Stada im Laufe der allgemeinen Börsenerholung von seinen Tiefstständen um 10 Euro wieder deutlich erholen konnte, konnte dieser Wert unsere Erwartungen bisher nicht erfüllen.

In erster Linie belasten hier Sorgen über neue Rabattverträge wie nach der jüngsten Ausschreibung der Ortskrankenkassen (AOK), welche wenig als Kaufanreiz für Generikaaktien dienlich sind.

Dass der weltgrößte Generikahersteller Teva Pharmaceuticals derzeit nicht an Stada oder Ratiopharm interessiert ist, drückt nach Meinung von Marktteilnehmern ebenfalls auf die Stimmung.

Allerdings sollte man aus Erfahrung solchen Äußerungen kritisch begegnen. Wir können uns sehr gut vorstellen, dass Teva durchaus nach wie vor Interesse an Stada haben dürfte, vor allem wenn der Kurs nur weit genug fallen sollte.

Wir geben angesichts der momentanen negativen Stimmungsmache bei Stada keine Papiere aus der Hand.

Sehr viel Freude macht uns nach wie vor die Vorzugsaktie von Volkswagen. In den ersten vier Monaten des Jahres konnte die Aktie um knapp 20 Prozent zulegen und damit deutlich besser abschneiden als die Stammaktie. Nachdem die Aktie zeiweise auf fast 60 Euro gestiegen war, ist sie in den letzten zwei Wochen wieder etwas zurückgekommen.

Der Grund liegt dahin, dass Zweifel am Markt aufgekommen sind, dass Porsche die angestrebte Aufstockung bei den VW-Stammaktien auf über 70% erreichen wird.

Im positiven Fall bei dann weniger als 10% Streubesitz bei den Stammaktien könnten die Vorzugsaktien die Stammaktien im DAX ersetzen. Bei einem Scheitern oder einer Verzögerung sollte der Kurs jedoch allein durch den gewaltigen Discount gegenüber der Stammaktie mit einem guten Polster ausgestattet sein.